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Das war die interkulturelle Woche 2020

Die Interkulturelle Woche bietet als bundesweites Format die Gelegenheit, sich rassistischen und nationalistischen Strömungen entgegenzustellen und gemeinsam zu diskutieren, wie die Gesellschaft auf Basis von Grund-und Menschenrechten konstruktiv weiterentwickelt werden kann.

Unter dem Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen" hat das Netzwerk für interreligiösen und interkulturellen Dialog im Bezirk Treptow-Köpenick vom 27. September bis 8. Oktober 2020 ganz unterschiedliche Begegnungsformate auf den Weg gebracht. Koordiniert wird dieses neue Netzwerk durch "Welcome! -Netzwerken im Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree", das Kooperationsprojekt zwischen dem Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree und der SozDia Stiftung Berlin.

Zum Programm gehörte das jüdische Laubhüttenfest (Sukkot), die Ausstellung "Facetten des Glaubens" und eine gemeinsame Radtour zur Aziziye Moschee in Buckow.

"Solche gemeinsamen Erfahrungen und sich dadurch aufbauendes Vertrauen bilden die Basis für ein friedliches Miteinander in einer lebendigen Demokratie. So kann Verbundenheit in aller Vielfalt wachsen.", fasst Welcome!-Projektkoordinatorin Hille Richers zusammen. Ein schönes Symbol für das gegenseitige Interesse und das respektvolle Miteinander der verschiedenen Religionen war für Hille auch die Übertragung aus der Buckower Azizye Moschee in die jüdische Laubhütte in Schöneweide. Bei einem Konzert auf eben jenem Laubhüttenfest ließen einige der Radler*innen den gemeinsamen Tag ausklingen.

 

2. - 8. Oktober: Laubhüttenfest "Sukkot"

Das Sukkot, auch Laubhüttenfest genannt, ist ein jüdisches Wallfahrtsfest. Am 21. September wurde im Garten der Novilla in Schöneweide eine neue Hütte gebaut, in der vom 2. bis zum 8. Oktober 2020 erstmals ein solches Laubhüttenfest stattfand, organisiert von der Fachstelle TKVA (Treptow-Köpenick -für Vielfalt und gegen Antisemitismus).

Ein schönes Symbol für das gegenseitige Interesse und das respektvolle Miteinander der verschiedenen Religionen war für Hille Richers, Projektkoordinatorin bei Welcome!, auch die Übertragung aus der Buckower Azizye Moschee in die jüdische Laubhütte.

1. + 2. Oktober: "Facetten des Glaubens"

Die vom Welcome!-Projekt nach Berlin eingeladene interaktive Ausstellung "Facetten des Glaubens" des ESTAruppin e.V. aus Neuruppin war zu Wochenmarktzeiten in Köpenick und Friedrichshagen präsent. Sie ermöglichte interessante Gespräche zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Weltanschauungen.

Fragen wie "Was halten Sie für wahr?" oder "Ist das Kopftuch muslimisch?" regten zum Austausch und zum Nachdenken an. Mit einem Quiz konnten Passanten Ihr Wissen über das Judentum, das Christentum und den Islam testen.

3. Oktober: Tag der offenen Moschee - gemeinsame Radtour

Am 3. Oktober, dem Tag der offenen Moschee, hatte "Welcome!" gemeinsam mit dem Willkommensbüro InteraXion eine gemeinsame Radtour zur Aziziye Moschee in Buckow (Neukölln) organisiert. Dieser seit 1997 bestehende Veranstaltungstag mit dem Ziel einer religionsübergreifenden Verständigung fällt alljährlich auf den Tag der Deutschen Einheit.

 "Die 14 km lange Strecke vom Köpenicker Allende-Viertel über das Rathaus Köpenick und durch Adlershof bis nach Buckow verband Einblicke in verschiedene Lebensrealitäten, Kulturen und Religionen unserer Einwanderungsgesellschaft", sagt Hille Richers, Welcome!-Projektkoordinatorin.

Das bunte Spektrum der Stationen - vom Jugendzentrum über die ehemalige Synagoge in Köpenick, das Rathaus, ein Mehrgenerationenhaus, eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete sowie eine Kirche - und die Besichtigungsmöglichkeit einer Moschee hatte über 30 Neugierige angelockt.

"Im ruhigen Vorgarten an der Ev. Verklärungskirche in Adlershof konnten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig vorstellen [...]", berichtet Hille Richers über die Teilnehmenden unterschiedlicher Generationen und mit vielfältigem kulturellen Hintergrund. Und sie ergänzt: "Die meisten von Ihnen beherzigten an diesem Nachmittag den Rat eines Anwesenden, die Aziziye Moschee nicht zu verlassen, ohne die Chance genutzt zu haben, mindestens 20 Minuten mit einer Muslima oder einem Muslim persönlich gesprochen zu haben." Wieder fühlt sie sich darin bestätigt, dass es Gelegenheiten zum gegenseitigen Wahrnehmen, zum Zuhören, zum gemeinsamen Spaß haben und Feiern braucht: "Solche gemeinsamen Erfahrungen und sich dadurch aufbauendes Vertrauen bilden die Basis für ein friedliches Miteinander in einer lebendigen Demokratie. So kann Verbundenheit in aller Vielfalt wachsen."

Ein schönes Symbol für das gegenseitige Interesse und das respektvolle Miteinander der verschiedenen Religionen war für Hille Richers auch die Übertragung aus der Buckower Azizye Moschee in die jüdische Laubhütte in Schöneweide. Bei einem Konzert auf eben jenem Laubhüttenfest ließen einige der Radler*innen den gemeinsamen Tag ausklingen.